Umweltzonen in Deutschland


Mehrere deutsche Großstädte hatten angekündigt, bereits im Jahr 2007 Umweltzonen einzuführen. Durch teilweise unklare Vorschriften und fehlende Ausnahmeregelungen wurden diese Pläne jedoch auf 2008 (zum Beispiel Stuttgart, Berlin, Duisburg) oder einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Die Stadt Aachen  hingegen lehnt die Einrichtung einer Umweltzone bewusst ab – trotz Überschreitung der EU-Schadstoff-Grenzwerte in den Jahren 2006 und 2007.

Am 1. Januar 2008 wurde in Berlin die Umweltzone eingeführt, wonach sich in dem durch den S-Bahn-Ring gezeichneten Innenstadtbereich nur Fahrzeuge mit Feinstaubplakette bewegen dürfen. 80 Prozent der in der Hauptstadt zugelassenen Fahrzeuge fallen damit unter die Regelung. Seit dem 1. Januar 2010 dürfen nur noch Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette in die Berliner Umweltzone fahren.

Auch die Stadt Köln führte zum 1. Januar 2008 eine Umweltzone ein: Das Innenstadtgebiet linksrheinisch sowie die rechtsrheinischen Stadtteile Deutz und Mülheim dürfen nun grundsätzlich ohne Plakette nicht mehr befahren werden. Die Umweltzone darf auch 2010 noch mit roter Feinstaubplakette befahren werden. Ob das Fahrverbot ausgeweitet wird entscheidet sich voraussichtlich 2010.

Außerdem wurde, ebenfalls am 1. Januar 2008, in Hannover eine Umweltzone eingerichtet. Begrenzt wird sie im Wesentlichen im Westen, Süden und Osten durch den Schnellstraßenring (West-, Süd- und Messeschnellweg) sowie im Norden durch die Straße Sahlkamp. Der Westschnellweg verläuft teilweise innerhalb der Umweltzone (zwischen Deisterplatz und Ricklinger Kreisel). Zunächst durften Fahrzeuge mit roter, gelber und grüner Umweltplakette diesen Bereich befahren, seit dem 1. Januar 2009 nur noch Fahrzeuge mit gelber und grüner Plakette, seit dem 1. Januar 2010 schließlich nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette. Alle Kraftfahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen waren bis zum 31. Dezember 2008 vom Verbot ausgenommen. Ferner waren alle Benzin-Kraftfahrzeuge mit geregeltem Katalysator, die keine grüne Feinstaubplakette bekommen, Fahrzeuge mit Kurzzeitkennzeichen und roten Dauerkennzeichen sowie alle Reise- und öffentlichen Busse bis zum 31. Dezember 2009 vom Verkehrsverbot ausgenommen.

Am 12. Januar 2008 wurde in Dortmund eine Umweltzone eingeführt, die mit einer Länge von etwa 300 Metern als kleinste derzeitige Umweltzone gilt. In diese dürfen lediglich Fahrzeuge mit grüner oder gelber Umweltplakette.

Zum 1. März 2008 wurden Umweltzonen in Stuttgart, Mannheim, Tübingen, Ludwigsburg, Leonberg, Schwäbisch Gmünd, Reutlingen und Ilsfeld eingerichtet.

Am 1. Oktober 2008 wurde in Frankfurt am Main die Umweltplakette innerhalb des sogenannten Autobahnrings, bestehend aus den Autobahnen A 3, A 5 und A 661, eingeführt. Die Umweltzone wurde zum 1. Januar 2010 verschärft (gelbe und grüne Feinstaubplakette benötigt) und soll zum 1. Januar 2012 (grüne Plakette) weiterhin verschärft werden.

Bochum, Dortmund (nun auch flächendeckend in der Innenstadt), Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Bottrop, Gelsenkirchen, Oberhausen und Recklinghausen weisen seit dem 1. Oktober 2008 eine Umweltzone aus.

Auch in München wurde am 1. Oktober 2008 eine Umweltzone eingerichtet. Sie umfasst den Bereich innerhalb des Mittleren Rings. Am 1. Januar 2009 wurden in Bremen, Heilbronn, Herrenberg, Karlsruhe, Mühlacker, Pforzheim und Ulm Umweltzonen eingerichtet und am 1. Juli 2009 in Augsburg. Die Düsseldorfer Innenstadt wurde am 15. Februar 2009 zur Umweltzone[30]. Seit 1. Januar 2010 gibt es auch Umweltzonen in Heidelberg, Freiburg im Breisgau und Pfinztal. In Osnabrück wurde die Umweltzone mit dem 4. Januar 2010 eingeführt, in Münster zum 1. Januar 2010.

Auch die Städte Bielefeld, Paderborn, Regensburg und Dresden haben bereits über die Einführung einer Umweltzone nachgedacht. Wann diese allerdings eingeführt wird, ist noch offen.

Die Stadt Kassel fordert vom Land Hessen die Einrichtung einer Umweltzone Kasseler Becken zum 1. Januar 2010 auch ohne die Zustimmung einzelner betroffener Gemeinden.

Ab Herbst 2010 plant auch die Stadt Nürnberg, für ihren Innenstadtbereich eine Umweltzone einzuführen. Da die Belastung mit Rußpartikeln sich bislang an der unteren Grenze befunden hatte, war die Entscheidung jahrelang hinausgezögert worden.

Die Stadt Leipzig plante ursprünglich zum 1. Januar 2011 die Zufahrt fast zum gesamten Stadtgebiet innerhalb des Autobahnrings nur noch Fahrzeugen mit der grünen Plakette zu gestatten. Nach vielen Bedenken über die wirtschaftliche Zumutbarkeit sollen einige Flächen zunächst auch mit der gelben Plakette befahren werden dürfen. Der Luftreinhalteplan mit den konkreten Festlegungen musste entsprechend der Vorgaben des Freistaates Sachsen von der Stadt Leipzig bis Ende Dezember 2009 vorgelegt werden.
Die Einführung der Umweltzone in Leipzig wird nun zum 1. März 2011 vollzogen und zwar ausschließlich mit grüner Plakette, Ausnahmegenehmigungen für Fahrzeuge, die die Vorgaben nicht erfüllen, werden erteilt, damit Unternehmen keine wirtschaftlichen Nachteile entstehen.

Eine Liste und eine Karte von bereits eingerichteten und geplanten Umweltzonen befinden sich auf der Seite des Umweltbundesamtes.

Städte mit Umweltzone

  • Augsburg
  • Berlin
  • Bochum
  • Bonn
  • Bottrop
  • Bremen
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Frankfurt a.M.
  • Freiburg i.B.
  • Gelsenkirchen
  • Hannover
  • Heidelberg
  • Heilbronn
  • Herrenberg
  • Ilsfeld
  • Karlsruhe
  • Köln
  • Leipzig
  • Leonberg
  • Ludwigsburg
  • Mannheim
  • Mühlacker
  • Mülheim a.d.R
  • München
  • Münster
  • Neu-Ulm
  • Neuss
  • Oberhausen
  • Osnabrück
  • Pfinztal
  • Pforzheim
  • Pleidelsheim
  • Recklinghausen
  • Reutlingen
  • Schwäbisch Gmünd
  • Stuttgart
  • Tübingen
  • Ulm
  • Wuppertal